Emmerich Nilsons Thema in seiner Prosa ist die Freiheit, und ihre Grenzen in einer sich globalisierenden Welt. Seine haupthandelnden Charaktere sind realen und surrealen Charakters. Sie treten in einem nachvollziehbaren Umfeld auf, bewegen sich jedoch auch in einem hohen Maße kafkaesken Umfeld. Sie sind zum Teil fiktionaler Art, und lösen Raum, Zeit und andere gesellschaftliche und irdische Daseinsmuster völlig auf, sind aber andererseits an sie gebunden. Das Dasein auf diesem Planeten scheint so zu einem Dasein in einem Gehege mit wilden Tieren zu werden, dem man sich entziehen muss.

 

Emmerich Nilsons haupthandelnde Charaktere in seinen Werken sind:

 

Ole Olesen

Ole ist der Erbe, der über Generationen weiter sein Erbe mit sich trägt, und dabei im Ergebnis seine Verpflichtung übernimmt, die man ihm in die Wiege gelegt hat. Er ist die haupthandelnde Person in Im Neuen - Emmerich Nilsons ersten Roman. Ole versucht mit einem Sakrileg seiner Herkunft zu brechen. Dies schwört eine Bedrohung in seinem Leben herauf, der er nur mit Mühe entgehen kann. Dieser Roman stellt auch den ersten Teil einer Trilogie zum Thema Freiheit/Gleichheit/Brüderlichkeit dar.

 

Im Neuen

 

 

Sven Sversen

Sven ist ein mystischer Charakter, der immer wieder im Zusammenhang mit historischen Ereignissen auftritt. Er lebt losgelöst von Raum und Zeit. Es ist ein leichtes für ihn Zeitreisen in der Geschichte zu absolvieren, und im Ergebnis Teil dieser Geschichte zu werden. Er führt so zu Erkenntnissen, die man ansonsten nicht wahrnimmt, wenn man nicht seine Fähigkeiten der Erkenntnis besitzt. Sven ist die haupthandelnde Person in Zehn Jahre Einsamkeit, sowie Hotel Atlantis und zwei weiteren Werken die als Trilogie einer Zeitreise in Vorbereitung sind. Die beiden ersten Bände Hotel Atlantis und Hotel Drago lassen sich aber auch ohne den letzten Band schlüssig lesen.

 

Zehn Jahre Einsamkeit

Hotel Atlantis

Hotel Drago

Hotel Europa in Vorbereitung

 

 

Oskar Weinheim und Hiob

Oskar und Hiob sind angepasste Charaktere mit semitischer Herkunft, deren Vorfahren den Holocaust überlebten, da man ihre Vorfahren nicht alleine deswegen belangen konnte. Sie treten nun auf, da sich die Politik neuerlich auf ein Apartheidsystem einstellt, dem es sich nicht länger zu entziehen scheint. Siebzig Jahre nach einem der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte wird wieder gehetzt wie in alten Zeiten. Die Völker kommen wieder in Bewegung, wie sie es seit siebzig Jahren nicht mehr taten. Beide Charaktere sprechen im Roman Edelweiß und den Novellen Der Makel um die B29 und Kein Makel um die Liberator die Ausweglosigkeit dieser gesellschaftlichen Auseinandersetzung an, die der menschlichen Natur unzuträglich scheint, und doch immer wieder erforderlich ist, um ein gesellschaftliches Scheitern zu verhindern.

 

Edelweiß

Der Makel um die B 29

Kein Makel um die Liberator

 

 

Ive

Ive ist ein Sonderfall eines kafkaesken Charakters, der nicht in die Zeit passt, und so beseitigt werden sollte. Dieser Beseitigung entgeht er jedoch durch seinen inneren Widerstand gegen die Geschehnisse um ihn als für ihn vernichtend anzuerkennen. Er ist nicht Teil dieser Welt, er ist ein Außerirdischer. Ive hat letztlich auch keine andere Wahl als diesen Rettungsanker eines Daseins als Außerirdischer als Ausweg anzunehmen. In der Novelle Im Blätterwald kommt diese kafkaeske Situation voll zum tragen. Ive ist in zwei Werken die haupthandelnde Figur, die als Duologie einer kafkaesken Geschichte erscheinen.

 

Im Blätterwald

Asche und Fels auf dem Kilimandscharo

 

 

 

In allen seinen Werken steht Statik der Dynamik entgegen. Die Dynamik eines freien Geistes ist immer mit der Statik der Aufrechterhaltung einer gesellschaftlichen Norm konfrontiert, die zerbricht, revidiert wird, scheinbar obsolet in der Geschichte weiterexistiert. Manches gerät in unglaublicher Weise in Vergessenheit, und doch treten dieselben Instinkte immer wieder gesellschaftlich zutage. Der gesellschaftliche Rahmen bricht auf, und endet von neuem in einer Unterdrückung aus primitiven Handlungsmustern. Eigentlich funktioniert nichts mehr um uns. Und doch leben wir alle weiter. Es wirkt bedrohlich was hier passiert, wo doch keiner reagiert. Wir sind alle gesellschaftlich gescheitert, und keiner fragt danach. Das gesellschaftliche Bindeglied um uns ist längst gebrochen, und Anarchie und Chaos bedroht uns immer deutlicher. Emmerich Nilson tritt dabei in seinen Werken für mehr Freiheit ein. Er sieht seine Werke als Beitrag zur Überwindung der Ängste davor. Surrealismus ist sein Stilelement dies literarisch aufzugreifen.